Samstag, 30. Oktober 2010

Rundreise durch das Heilige Land (1. Tag)

Vom 30.10. bis 6.11.2010 haben wir eine Israelrundreise unternommen. Damit ging ein von mir lang gehegter Wunsch in Erfüllung, der bis in meine Schülerzeit zurück reicht. Die Reise hatte ich mir zum 40. Geburtstag gewünscht - meine Mutter, Schwester, Joes Eltern, die Hausgemeinschaft, Michael und Martin, Dirk, Andy, Heike und Birgit haben mir dann die Reise geschenkt. Nochmals Danke an dieser Stelle!

Ein Traum soll wahr werden!
Das Heilige Land ist mit nichts zu vergleichen, was wir bislang bereist haben: Israel ist so vielseitig, kontrastreich und widersprüchlich, dass es einem die Sprache verschlägt: Wüste im Süden, fruchtbare Berge im Norden, 1200m Höhenunterschied in 30 Autominuten mit 8 Grad Temperaturunterschied, ultraorthodoxe Juden in Jerusalem, westlich orientierte Jugendlichkeit in Haifa und Tel Aviv - und das alles auf einer Fläche so groß wie Hessen. Die Emotionen fuhren Achterbahn: Staunen an Klagemauer und Tempelberg, Ergriffenheit an den christlichen Pilgerstätten, Trauer in der Gedenkstätte Yad Vashem, Angst an der Sicherheitsmauer in Bethlehem. Doch der Reihe nach!

Es begang am ersten Tag am Flughafen Düsseldorf. Wir waren etwa 4 Stunden vor Abflug dort (mindestens 3 Stunden vorher muss man da sein), da meine Mutter, die uns freundlicher Weise zum Flughafen gebracht hatte danach noch arbeiten musste. Am Check-In-Schalter unserer Fluggesellschaft Sundor (Tochter von EL AL: "More than an airline - EL AL is Israel!") saß eine Flughafenangestellte, die etwas verloren wirkte. Wir fragten sie, wann der Check-In beginne und wie es hier ablaufe: "Ich mache das hier heute auch zum ersten Mal aber machen Sie sich in etwa eine Viertelstunde auf ein abenteuerliches Spektakel gefasst."
Und so kam es dann auch: 10 schwarz gekleidete israelische Sicherheitsleute übernahmen den Schalter, positionierten ihr Gepäck hinter dem Schalter und begannen kurz darauf mit der Sicherheitsbefragung jedes einzelnen Passagiers.

Israelische Sicherheitsbeamte übernehmen den Check-In-Schalter
Joe und ich wurden getrennt befragt: Was wollen Sie in Israel? Wer hat Ihren Koffer gepackt? Wo hat der Koffer seit dem Packen gestanden? Wer außer Ihnen kam in dieser Zeit an den Koffer heran? Wer hat die Reise bezahlt und wie? Haben Sie Bekannte oder Freunde in Israel oder arabischen Staaten? Haben Sie Geschenke von Unbekannten erhalten, die Sie mit sich führen? Was machen Sie beruflich? Wo ist Ihr Wohnungsschlüssel? Wie verläuft Ihre Reiseroute? Zeigen Sie mir Ihren Reiseführer! Wie stehen Sie zueinander? Wie lange kennen Sie sich? Wohnen Sie zusammen? Wie organisieren Sie Ihre Wohnungswechsel? usw. usf.

Die Befragung dauerte etwa 30 Minuten. Danach glichen die beiden Frager ihre Fragen und unsere Antworten unter Aufsicht ihres Chefs miteinander ab - wobei sie zu Beginn dieses Abgleichs zunächst herzhaft lachten... Ob das an uns lag? Wir werden es nie erfahren! Aufgrund unserer besonderen Lebenssituation wichen sie wohl ein wenig von den Standardfragen ab, so dass wir beide teilweise nicht dieselben Fragen gestellt bekamen. Daher wurden uns beiden dann in einer zweiten Befragung die jeweils noch nicht gestellten Fragen gestellt und die Antworten wiederum abgeglichen.

Als das überstanden und die Koffer aufgegeben waren, gingen wir durch die normale Sicherheit und tranken erst einmal ein großes Bier - entgegen unserem Grundsatz "Kein Bier vor vier". Vor dem Einsteigen kam eine erneute Sicherheitsüberprüfung, die bedeutend gründlicher war als die erste. Wir wurden komplett abgetastet (man wünschte sich Nacktscanner) und einige mussten sogar ihre Schuhe ausziehen. Als wir im Flugzeug saßen, kam die Durchsage, dass sich der Abflug um 20 Minuten verzögere. Aus dem Fenster sahen wir, dass neben dem Flieger ein gepanzertes Fahrzeug der Bundespolizei und zwei normale Mannschaftswagen standen. Das gepanzerte Fahrzeug fuhr auf dem Weg zur Startbahn immer neben uns her, bis wir schließlich um 15:15 Uhr Richtung Frankfurt a.M. abhoben.


Nachdem wir in Frankfurt gelandet sind, stiegen einige Passagiere aus und es folgte eine erneute Passkontrolle - vermutlich falls während des Fluges jemand zu- oder ausgestiegen sein sollte! ;-) Nachdem weitere Passagiere zugestiegen sind (der Flieger war komplett ausgebucht), ging der Flug weiter Richtung Tel Aviv.

Über den Wolken
Der Flughafen Ben Gurion auf dem wir um 22:15 Uhr landeten, ist unerwartet riesig, sehr modern und für einen Flughafen außergewöhnlich geschmackvoll gestaltet. Da Israel bereits eine Woche zuvor auf Winterzeit umgestellt hatte, mussten wir unsere Uhren nicht umstellen.

Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv
Der Reisevermittler hatte uns gemailt, wir würden hinter dem Zoll von einem Repräsentanten des lokalen Reiseveranstalters in Empfang genommen und zum Hotel gebracht. Den Namen des Hotels kannten wir nicht. Doch hinter dem Zoll warteten zwar jede Menge Abholer diverser Reiseveranstalter, aber auf uns wartete niemand - und unseren Reiseveranstalter kannte auch keiner. Anrufe bei Reisevermittler und -veranstalter blieben am Shabbat (Samstag) um diese Uhrzeit natürlich erfolglos. Ich fragte Joe nach etwa 40 Minuten: "Was machen wir eigentlich, wenn das hier alles ein Fake ist?" Das war schließlich unsere allererste komplette Reiseabwicklung via Internet! "Wenn das ein Fake wäre, wären wir gar nicht erst bis hierhin gekommen!" war seine Antwort. Nachdem wir stundenlang durch den Flughafen geirrt sind, da wir von einem Schalter zum nächsten geschickt wurden, hatte schließlich einer der Abholer Mitleid mit uns und rief alle infrage kommenden Hotels in Jerusalem über sein Handy an um zu fragen, ob wir auf der Gästeliste stehen. Beim ca. 5. Anruf hellten sich seine Gesichtszüge merklich auf: Wir wurden im Prima Kings Hotel schon erwartet. Zwischen Missmut und Erleichterung schwankend stiegen wir in einen Shuttle-Bus ein, der uns beide für insgesamt 24 € von Tel Aviv zum Hotel nach Jerusalem fuhr. Nach einer Stunde Fahrt kamen wir um 1:19 Uhr im Hotel an.

Hotel Prima Kings in Jerusalem
Unser Problem war nun, dass wir nicht wussten, wie es mit der Reise weiter gehen sollte - vor allem wann wir morgens zur ersten Tagestour abgeholt werden. An der Rezeption erhielten wir daher zwei Namen mit Zimmernummer von Hotelgästen, die auch von unserer Reisegesellschaft eingebucht wurden und die wir am anderen Morgen anrufen sollten, da die Reisegesellschaft sonntags nicht vor 9 Uhr erreichbar sei. "Den Reiseführer werden wir morgen zur Rede stellen und ihm gehörig den Kopf waschen!" war unser Vorsatz für den Folgetag. Den Wecker hatten wir auf 6:30 Uhr gestellt, um sicher zu gehen, dass die Reisegruppe nicht ohne uns mit der Rundreise beginnt. Um knapp 2 Uhr schliefen wir völlig erschöpft aber halbwegs beruhigt ein. Es sollte nicht unsere letzte kurze Nacht in Israel sein...

Samstag, 2. Oktober 2010

Dreitagestour ins Kleinwalsertal

Unsere vierte und vorletzte Tour 2010 haben wir vom 29. September bis 1. Oktober ins österreichische Kleinwalsertal nach Mittelberg unternommen. Anlass war der 40. Geburtstag meiner besten Freundin.


Die wusste nichts von unserer Absicht, ihren Geburtstag gemeinsam mit ihr zu feiern. Sie hatte zwar selbst den Wunsch geäußert, den ich aber mit dem Hinweis auf angeblich nicht mehr verfügbaren Urlaub abgelehnt hatte. Als wir nach gut sechs Stunden gegen Mittag im Hotel Rosenhof eintrafen, sahen wir einige wenige Millisekunden in einen unvorteilhaften Gesichtsausdruck, der so etwas wie "Den kenn ich - aber nicht von hier!" ausdrückte, bevor ein weit vorteilhafteres Lachen einsetzte.
Nach dem Mittagessen haben wir dann eine Bergtour auf das Walmendingerhorn unternommen. Selbstverständlich haben wir die Seilbahn genommen, die allerdings nicht, wie erhofft, bis zum Gipfelkreuz fuhr, sondern uns etwa 100m darunter absetzte. Den Rest mussten wir dann zu Fuß hinter uns bringen. Die Aussicht hat uns für diese Strapaze entschädigt!


 

Abends haben wir dann in entspannter Runde in Antjes 40ten hineingefeiert.


Am nächsten Tag, als Antje ihre Wellnessgutscheine einlöste, sind Joe und ich zunächst nach Obermeiselstein im bayrischen Allgäu gefahren. Hier habe ich Trauma-Bewältigung betrieben: Vor gut 30 Jahren war ich nämlich an diesem Ort in einem Kinderkurheim bei Oberschwester Marianne und ihren katholischen Marines für sechs Wochen einkaserniert. Für einen aus liberalem Elternhaus stammenden 10jährigen waren die rüden Methoden der Betschwestern so etwas wie die Hölle auf Erden. Bis heute habe ich das monotone "Leise, leise sein! Still, still sein! Ruhig, ruhig sein! Leise, leise sein!..." der auf- und abgehenden Erzieherinnen vor den Schlafsälen in den Ohren - vom latenten Psychoterror ganz zu schweigen. "Oberschwester Marianne liebt die Ruhe!" hieß es immer - eine prima Voraussetzung für die Leitung eines Kinderkurheimes!


Heute befindet sich ein Mutter-Kind-Heim in dem Gebäude und von einer Angestellten erfuhr ich, dass der Drache mittlerweile 93jährig immer noch lebt. Die Frage der Angestellten "Haben Sie gute oder schlechte Erinnerungen an Ihren Aufenthalt hier?", die der hinzugetretene heutige Heimleiter mir danach ein weiteres Mal stellte und der mitleidige Blick angesichts meiner Schilderungen sprachen Bände!


Anschließend fuhren wir nach Oberstdorf und ließen uns erneut mit der Seilbahn  (dreimal Umsteigen!) zum Gipfel des Nebelhorns kutschieren. Die Aussicht war absolut genial, obwohl das Wetter, wie an allen anderen Tagen leider nur bedingt mitspielte: Es war naßkalt, regnerisch und leicht neblig. Auf dem Gipfel haben wir Raben gefüttert und in der Berghütte Kaffee getrunken. Sollte ich noch einmal hier hinkommen, würde ich gern bei klarem Wetter einen Tandemsprung mit dem Gleitschirmflieger ins Tal unternehmen.


Den Nachmittag sind wir mit dem Geburtstagskind, ihrem Mann und den Zwillingen in der Seilbahn auf das Söllereck und anschließend mit der genialen Sommerrodelbahn ins Tal gefahren. Nach dem Abendessen haben wir dann aus Antjes Geburtstag herausgefeiert.

Den Freitag schließlich verbrachten wir mit Wellness im hoteleigenen Schwimmbad mit Blick auf die Berge - unterbrochen von einer halbstündigen Rückenmassage. Das brauche ich öfters! :-)


Nach einem letzten Kaffee ging es dann wieder mit dem Auto Richtung Heimat.
Trotz des suboptimalen Wetters war auch diese Tour ein tolles Erlebnis! Und ab Ende Oktober beschließen wir mit einer Woche Israel unseren diesjährigen Urlaubsmarathon.

Montag, 30. August 2010

AIDA-Kreuzfahrt (Kiel - Göteborg - Kopenhagen - Kiel)




Vom 27.8. bis 30.8. waren wir mit der AIDAcara auf meiner ersten Kreuzfahrt unterwegs von Kiel über Göteborg und Kopenhagen zurück nach Kiel. Zu dieser Kreuzfahrt haben uns beide Joes Eltern anlässlich ihrer Goldenen Hochzeit eingeladen.
Es war der Hit! Das Essen war ein Traum. Es gab sogar ein extra Nuss-Buffet! Die Kabinen sind größer als gedacht und das Publikum war sehr locker und bunt durchmischt. Die Altersstruktur liegt zwischen 1 und ca. 90 Jahren mit einem deutlichen "Bauch" zwischen 30 und 50. Duchschnittsalter nach AIDA-Angabe 40 Jahre - also perfekt. Das Programm ist hoch professionell und in keiner Weise aufdringlich - außer der Seenotrettungsübung.


Auf der Hinfahrt schwante uns zunächst Schlimmes, da es wie aus Kübeln gegossen hat. Aber wir hatten - wieder einmal - tierisches Glück. Sowohl in Göteborg als auch in Kopenhagen war es trocken und zeitweise sogar sonnig. Die Abfahrt aus Kiel verursachte dank der musikalischen Untermalung echtes Gänsehaut-Feeling.


Göteborg ist ein sehr nettes Städtchen und die Schweden sind einfach nur sympathisch und ... sehr hübsch. Fischkirche, Altstadt "Haga", Dom und Palmenhaus waren die Highlights.


In Kopenhagen war ich 1994 zwar schon einmal, als ich an meiner Magisterarbeit über den Sohn der Stadt - Sören Kierkegaard - arbeitete, allerdings hatte ich die Stadt nicht so schön in Erinnerung. Eine Aufzählung der Highlights würde den Rahmen sprengen!

     


Alles hat ein Ende, ... aber die nächste 11 Tage-Kreuzfahrt ist schon für Oktober 2011 ins östliche Mittelmeer gebucht.


Sonntag, 8. August 2010

Heimliche Liebe und Ruhr-CSD in Essen


Am Samstag waren wir zunächst auf dem 85. Geburtstag von Joes ehemaliger Nachbarin - d.h. ich bin um 15 Uhr dazugestoßen, da ich am Wochenende keine Termine vor 14 Uhr wahrzunehmen pflege. Das Mittagessen in der "Schwarzen Lene" fand also ohne mich statt. In der "Heimlichen Liebe" sind dann jede Menge Kindheitserinnerungen in mir hochgekommen, da unsere Familie in diesem Lokal mit Blick auf den Baldeneysee früher häufiger eingekehrt ist - oft in Verbindung mit einem Minigolfspiel in der benachbarten Anlage. Es gibt auch noch ein Foto, als ich (Mitte) mit meiner Cousine (links) und meiner Schwester (rechts) vor dem gleichen Eingang stand. Das ist allerdings schon ein paar Jährchen her und ich musste beim Fotografieren noch nicht in die Kniee gehen:


Nach dem Geburtstag gings dann zum Ruhr-CSD auf den Essener Kennedyplatz, wo wir Dirk, Andy, Heike, Birgit und jede Menge alte Bekannte getroffen und gemeinsam bis 21 Uhr gefeiert haben. Wir standen allerdings etwas abseits, da Heikes und Birgits Bedarf an Menschenaufläufen seit ihrem Besuch der Duisburger Loveparade vor zwei Wochen vorübergehend gedeckt ist. Und wieder gab es jede Menge Musik zum Mitsingen, wie hier gerade Mike Fenders "Verliebt, verlor'n in Amarillo ..."


Montag, 19. Juli 2010

Pink Monday auf der Rheinkirmes

Heute waren wir zum alljährlichen Pink Monday auf der Düsseldorfer Rheinkirmes. Wir sind mit dem Auto zur Messe Düsseldorf gefahren und haben dort den Wagen für 9 € (inkl. Hin- und Rückfahrt mit dem Shuttlebus im 10min-Takt für alle Mitfahrer) abgestellt.

(vor der Schwarzwaldchristel mit Star Flyer im Hintergrund)

Vor der legendären Schwarzwaldchristel haben wir ein erstes Bierchen geschlürft und dort Micha und Martin getroffen, mit denen wir dann den ganzen Abend verbracht haben. Zunächst fuhren/flogen wir mit dem Star Flyer (einem überdimensionierten Kettenkarussell) in 55m Höhe über Düsseldorf (4 € p.P.). Ausblick, Fahrtwind und Fliehkraft waren irre! Das ist das richtige Abhärtungstraining für Leute mit Höhenangst! Kirmesbesuch ohne Todesangst ist öde! Wie heißt es bei ebay: Gerne wieder!

(Gleich sind wir dran!)

(Sicher verstaut aber durch die leere Gondel vor uns etwas verdeckt...
Man beachte die Düsseldorf-Fähnchen über unseren Häuptern! :-(
Ich lehne die plumpen Vereinnahmungsversuche dieses Kölner Vorortes ab! ;-)

(Wir fliegen!)

Nach einem Rundgang über die ganze Kirmes mit Zwischenstopp im Füchschenzelt (mehr was für RTL/1LIVE-Gemüter) und am Fischstand haben wir uns zurück zur Schwarzwaldchristel geschoben, wo es sich zwischenzeitlich auch sehr gefüllt hatte und schöne Musik zum Mitsingen gespielt wurde.
Wie sagte mein Großvater immer so schön:
"Wo gesungen wird, da lass dich ruhig nieder!
Böse Menschen singen keine Lieder!"
Um 21 Uhr ging's mit dem Shuttlebus zurück zum Auto und schließlich durch den Stau am Mörsenbroicher Ei (ein- statt dreispurig!) zurück nach Mülheim.
Und schon ist ein weiteres Sommerhighlight zu Ende!

Sonntag, 18. Juli 2010

Still-Leben auf der A40



Heute habe ich mal wieder auf der A40 im Stau gestanden - diesmal aber freiwillig und zu Fuß! Anlässlich des Höhepunktes des Kulturhauptstadtjahres Ruhr 2010 war meine Lieblingsautobahn von Dortmund bis Duisburg-Rheinhausen (60 km) für den Autoverkehr komplett gesperrt. Auf der Spur Richtung Duisburg durfte alles fahren, was Räder aber keinen Motor hatte - in der Gegenrichtung konnte man entlang der größten Tafel der Welt (27.000 Tische) flanieren und die unzähligen Kleinkunstbeiträgen ansehen und -hören. Drei Millionen Menschen hat das Mega-Spektakel angezogen. Zwischenzeitlich wurden die Zugänge wegen Überfüllung geschlossen.


Wir sind um 12 Uhr von Mülheim-Heißen gestartet und bis 16 Uhr zum Steeler Wasserturm (E-Huttrop) spaziert. Die Rückfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln hat dann eineinhalb Stunden gedauert, da es keinen Ersatzverkehr von Essen HBF nach Mülheim gab. Wir mussten erst mit dem Zug nach Mülheim und konnten dann mit der U-Bahn nach MH-Heißen zurück - typisch Ruhrgebietskleinstaaterei!


Es war ein tolles Event, das es in dieser Art und Weise wohl kein zweites Mal mehr geben wird.
Und wir waren dabei!

Dienstag, 13. Juli 2010

Feierabend auf Balkonien

Seit der Pflanzorgie am Herrentag sind jetzt genau auf den Tag zwei Monate vergangen. Seit dem hat sich eine Menge auf meinem Balkon getan...



Sonntag, 11. Juli 2010

2. Hitzewelle und Zahnweh

Die zweite große Hitzewelle des Jahres habe ich dazu genutzt, mir am 7.7. zwei Backenzähne (unten links) ziehen zu lassen. Die mussten raus, da sich darunter Entzündungen gebildet hatten und beide Zähne schon mit Wurzelbehandlungen und zwei Wurzelspitzenresektionen "austherapiert" waren. Das Ganze sollte eigentlich kein großer Akt werden - aber dank zweier Komplikationen war ich für den Rest der Woche Schachmatt gesetzt.

Zuerst hat mein Zahnarzt die große Spritze gezückt und mir hinten im "Scharnier" des Kiefers eine Ladung Betäubungsmittel in den Hauptnerv verpasst. Das hatte den Vorteil, dass ich die Einstiche in das Zahnfleisch unterhalb der Todeskandidaten kaum noch spürte. Danach hatte ich erst einmal 15 Minuten Pause. Der Versuch, noch einmal Wasser zu lassen scheiterte kläglich.
Dann kam der Arzt umgezogen in voller OP-Kluft mit Haube, Mundschutz und dunklem Kittel. Was sich danach abspielte, war die Hölle: Zunächst wollte er den Zahn mit der langen Wurzel "rausnehmen" - wie er sagte. Eine Viertelstunde hat er ihn mit der Zange (ich hatte die Augen geschlossen, da ich mich nicht so für Zangen interessiere) vorsichtig hin- und hergestemmt, um zu verhindern, dass der Zahn durch zu heftiges Ruckeln durchbricht. Am schlimmsten war das Knarren des Kieferknochens durch die rhythmischen Stemmbewegungen.
Als erstes brach dann aber doch die Krone, wenig später dann auch noch der Kopf des Zahnes ab. Nun wollte er den im Kiefer verbliebenen Zahnhals zunächst mit einem Handbohrer (Größe 25), den er in den Wurzelkanal gedreht hat herausziehen. Nachdem auch das scheiterte, schabte er den Zahnhals soweit er konnte vom Zahnfleisch frei, zertrümmerte ihn mit einer Art Frähse und holte dann die Bruchstücke mit dem Handbohrer raus. Das hat ziemlich lange gedauert - aber die Alternative wäre ein Heraussägen der Kieferwand und ein seitliches Herausschneiden des Wurzelkanals gewesen, was allerdings einem späteren Implantat die Stabilität genommen hätte. Keine gute Idee! Das leuchtet ein!
Als er das letzte Stück der Wurzel schließlich herausgeprockelt hatte, war auch der Grund für das schwierige "Herausnehmen" gefunden - die Wurzel hatte am untersten Ende einen Widerhaken, der frontal zur Röntgenaufnahme lief und daher auch nicht vorher erkannt werden konnte.
Nun denn... Nachdem der erste Zahn raus war, hat der Arzt mit einem "Löffel" - wie er sagte - das entzündete Gewebe unter dem jetzt nicht mehr vorhandenen Zahn herausgeschabt. Da die Entzündung bis fast zum Hauptnerv reichte, musste zwischenzeitlich nachbetäubt werden.
Der zweite Zahn, der aufgrund der zahlreichen Vorbehandlungen keine große Wurzel mehr hatte, ging ganz leicht raus. Nach 4-5 Stemmbewegungen mit der Zange (ich hatte wieder die Augen zu) kam dieses schnalzige Geräusch, wenn der Zahn vom Zahnfleisch getrennt und aus dem Kiefer herausgelöst wird ... wie bei einem Gummistifel, den man aus dem Matsch zieht. Beim Auslöffeln hat er dann festgestellt, dass sich unter dem Zahn bereits Eiterblasen gebildet hatten, die ebenfalls auf dem Röntgenbild nicht zu sehen waren. Also: Weiterlöffeln, bis die Grube leer ist!
Da die Kieferwände durch die Stemmbewegungen mit der Zange am oberen Rand mittlerweile stark ausgefranzt waren, hat er die Kanten der nun leer gelöffelten Zahnvertiefungen des Kiefers mit dieser Frähse wieder kreisrund geformt.
Schließlich wurde mir dann noch Kieferersatzmaterial von 100% BSE-freien Rindern in die Kieferhöhlen gestopft, manuell modelliert, mit einer Membran abgedeckt und mit den Zahnfleischfetzen, die noch übrig waren sowie gefühlten 300 Stichen vernäht (474,60 € für den Kieferknochenaufbau - Keine Kassenleistung versteht sich!).
Abschließend wurden mir noch die Blutflecken aus dem Gesicht gewischt, eine drei Tage geltende AU ausgehändigt und ich war entlassen. Joe, der schon nervös im Wartezimmer umherlief, da statt der geplanten höchstens einen Stunde bereits 90 Minuten verstrichen waren, hat mich dann zum Auto gebracht und nach Hause gefahren.

Nachdem die Betäubung raus war, hatte ich zunächst nur einen leichten Druckschmerz, den ich mit Ibuprofen schnell in den Griff bekam. Allerdings fühlte ich mich an diesem und dem Folgetag wie unter einer Käseglocke, konnte mich nicht einmal auf das RTL-Nachmittagsprogramm konzentrieren und schon gar nicht reden, lachen oder essen - ich wollte einfach nur sterben!

Am Freitag war der größte Fortschritt zu verzeichnen und ich konnte im Tagesverlauf schon wieder fiese Bemerkungen von mir nuscheln. Dank der extremen Temperaturen ist die Schwellung aber dennoch ziemlich groß geworden und mittlerweile nach außen hin sichtbar. Kühlen bringt nur etwas, wenn man die Wange dauerhaft auf 15° herunterkühlt, was bei über 30° Außentemperatur ein hoffnungsloses Unterfangen darstellt. Außerdem stören die Fäden ungemein und ich fühle mich irgendwie dauergenervt.
Am kommenden Freitag werden jetzt noch die Fäden gezogen und mir der Kostenvoranschlag für die Zahnimplantate ausgehändigt.

Hier ein Vorher-Nachher-Vergleich:


Wenn ihr mich fragt: Ja, ich werde zukünftig derartige Behandlungen unter Vollnarkose durchführen lassen! Und: Ja, ich habe mich entschieden, die Lücke schnell durch Titan-Implantate schließen zu lassen. Man will ja nicht aussehen wie ein ... was auch immer!

Samstag, 3. Juli 2010

WM und CSD in Kölle



(vor der Hauptbühne auf dem Heumarkt in Köln. Auf der Bühne befinden sich gerade Hella von Sinnen und Georg Uecker)


Die bange Frage des Tages war: CSD und Fußball - passt das zusammen?
Die Antwort war ganz eindeutig: Ja!
Das erste Tor (Deutschland - Argentinien) haben wir zwar im Hotelzimmer von Andy sehen müssen, da wir damit beschäftigt waren, unsere Hemden nach dem unwetterartigen Wolkenbruch (ca. 14 - 15 Uhr) trocken zu föhnen, aber danach konnten wir ganz entspannt auf dem Alten Markt die restlichen 3 Tore des Fussballspiels verfolgen - bei dann sehr angenehmen Temperaturen.
Den CSD in Köln - Höhepunkt unseres Partysommers - haben wir dann noch bis 21:15 Uhr gefeiert. Die Stimmung war wie immer genial.
Im NRW-Express Richtung Heimat konnte ich dann noch zwei Erstteilnehmern des CSDs (ca. 18 Jahre alt) die primitiven Anfänge des Mega-Events erläutern:. zum Beispiel wie es zu Beginn der 90er Jahre in Köln jedes Jahr Diskussionen mit den Anwohnern gab, auf welchem Platz der CSD diesmal stattfinden sollte - wegen der Lärmbelästigung. Heute findet er auf allen Plätzen der Innenstadt gleichzeitig statt!
Wir sind natürlich immer an der Hauptbühne auf dem Heumarkt (WDR4-Bühne) zu finden!
Alles in Allem war es wieder ein gelungener CSD in Köln...
Für mich war es der 20te (nur 2007 habe ich zu Gunsten des Berliner CSD gefehlt).
ICH BIN ALT!


Sonntag, 27. Juni 2010

Wochenendausflug nach Sachsen Teil III.



Heute um 10 Uhr ging es zurück Richtung Mülheim. Hätten wir wieder 6 Stunden gebraucht, wären wir pünktlich zum Spiel Deutschland - England zurück gewesen. In Eisenach (Türingen) haben wir dann aber einen Zwischenstopp auf der Wartburg eingelegt (siehe Bild). Angesichts der geballten Ladung deutscher Geschichte relativiert sich ohnehin die Bedeutung jedes WM-Spiels, gelle? ;-) Und Fußball übers Radio zu verfolgen hat ja schließlich auch was! Außerdem sind wir ja zum Elfmeterschießen zurück! *fg*

Samstag, 26. Juni 2010

Wochenendausflug nach Sachsen Teil II.



Heute stand Dresden - das Elbflorenz -auf dem Programm. Wir wussten zwar, dass es hier sehr schön sein soll, doch diese Stadt ist echt der Hammer: Frauenkirche, Semperoper (siehe Bild), Zwinger etc. Dazu hatten wir traumhaftes Kaiserwetter. Von allen deutschen Städten, die wir gesehen haben, ist Dresden mit Abstand am schönsten. Und Hochleistungssporteinlagen waren auch wieder dabei: sowohl den Turm der Kreuzkirche als auch den der Dreikönigskirche haben wir erklommen und hatten einmal mehr einen herrlichen Blick. Bei Strauss habe ich mir dann noch eine kurze Hose gekauft und gleich anbehalten. Morgen geht's wieder zurück. Vielleicht legen wir noch irgendwo einen Zwischenstop ein.

Freitag, 25. Juni 2010

Wochenendausflug nach Sachsen Teil I.




Heute sind wir um 5 Uhr in Mülheim aufgebrochen und waren um halb 12 Uhr in Meißen. Die Stadt ist absolut sehenswert: viel historische Bausubstanz, mittelalterliche Burg und Dom - was will man mehr. Okay, die zahlreichen Aufstiege waren schon etwas anstrengend für uns zwei Hochleistungssportler, aber es hat sich gelohnt. Untergebracht sind wir im Weinhaus Schuh in Sörnewitz - ein gediegenes Kleinod in der Nähe von Meißen http://www.weinhaus-schuh.de/ . Das ist das Geburtstagsgeschenk zu meinem 40ten von Anton und Renate. Morgen geht's nach Dresden. Hoffentlich wird der Tag genauso schön. Das Bild zeigt mich auf dem Turm der Meißener Frauenkirche - auch dieser Aufstieg war Hochleistungssport - aber der fantastische Ausblick hat uns entlohnt. Bis nachmittags war es übrigens leicht gewölkt und angenehm warm. Als die Sonne rauskam wurde es dann schon ziemlich heiß. Und morgen soll es noch heißer werden...

Sonntag, 6. Juni 2010

Rundflug über Mülheim und Essen


Heute um 15 Uhr war es soweit: Wir sind zu unserem halbstündigen Rundflug über Mülheim a.d. Ruhr und Essen gestartet. Es war genial! Trotz Höhenangst! Aus der Vogelperspektive haben wir unsere Heimat so noch nie gesehen. Der Flug ging über Mülheim City, Ruhrtalbrücke, Villa Hügel, Baldeneysee, Essen City, Zeche Zollverein, Essen-Stadthafen, MH-Heimaterde und RRZ. Start und Landung möchte ich euch nicht vorenthalten...

Zuerst der Start:



... und dann die Landung:



... und hier wohne ich:



Samstag, 5. Juni 2010

Radtour zum Mülheimer Flughafen

Wir haben heute das tolle Wetter genutzt und eine Radtour zum Mülheimer Flughafen unternommen. Dort haben wir spontan für morgen 15 Uhr einen Rundflug über Mülheim und Essen gebucht (eine halbe Stunde 71 Euro p.P.) Ich werde an dieser Stelle berichten! Da wo der rote Pfeil hinzeigt, wohne ich übrigens...